Nachhaltig gegürtet - Greenbelts

Als wir Rolf zum ersten Mal auf der Messe getroffen haben, wussten wir gleich, dass seine Philosophie und sein Herzblut zu umgekrempelt passen. Er meint es ernst mit dem Thema Nachhaltigkeit. Besonders toll finden wir auch, dass man die Gürtel selbst kürzen kann, ohne dass man es sieht. Natürlich machen wir das gerne im Laden für euch!

1, Wer seid ihr und was macht ihr?

Wir sind ein Lederwaren-Hersteller mit Sitz in Niedersachsen. Wir sind ca. 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mein Name ist Rolf Ihmels. Ich bin der Inhaber der Firma und der Gründer der Marke GREENBELTS, die im Jahr 2004 registriert wurde. Ich bin seit 1979 in leitender Position in der Acces- soire Branche tätig. Neben meiner beruflichen Arbeit befasse ich mich mit philosophischen und ökologischen Themen, zu denen ich Sach- und Prosatexte, aber auch poetische Texte verfasst habe und verfasse.

 

2, Wie seid ihr dazu gekommen, ein Label zu gründen?

Was hat euch dazu inspiriert und was motiviert euch?

Von 1979 bis 1994 war ich Mitinhaber eines Familienunternehmens, das Kunststoffgürtel hergestellt hat. Im Jahr 1992, 1993 hat sich mein ökologisches Gewissen gemeldet. Ich wollte das Produktprogramm auf Leder umstellen. Die anderen Familienmitglieder haben das abgelehnt. Ich habe das Unternehmen verlassen, da ich mich gegen das alte Denken nicht durchsetzen konnte und war danach bis 2003 Mitinhaber eines Echtledergürtel-Herstellers in Norddeutschland. Doch auch diese Gürtel waren ökologisch gesehen in meinen Augen nicht in Ordnung. Sie bestanden zum größten Teil aus Kunststoff beschichteten Ledern, die nicht in den Kreislauf der Natur zurückkehren können. Da Leder neben Stein, Metall und Holz eines der ältesten Naturprodukte ist und bei der Nahrungsmittelproduktion als Nebenprodukt zurück bleibt, finde ich es richtig, natürliches Leder sinnvoll zu nutzen. Bei unserer Arbeit mit dem Leder inspiriert uns dieses, daraus Dinge zu machen, die sowohl vom Nutzen als auch von Optik her gesehen wertvoll sind. Leder ist ein wundervolles Produkt und es macht einfach Spaß damit zu arbeiten.

 

3, Wie setzt ihr das Thema "Nachhaltigkeit" in eurem Unternehmen um?

Der Begriff Nachhaltigkeit hat für uns die Bedeutung, alles im Unternehmen so zu gestalten, dass nach bestem Wissen und Gewissen Ressourcen geschont und Produkte hergestellt werden, die langfristig haltbar sind und die nach Möglichkeit in den Kreislauf der Natur zurück kehren können, ohne dass dabei ein Schaden entsteht. Wir heizen mit Gas, nutzen 100 % Ökostrom, reisen wann immer es geht mit der Bahn, wir fliegen nur in absoluten Notfällen, erwerben unsere Rohwaren möglichst lokal, also in Deutschland oder in anderen Ländern Europas. Alle Produkte, ob Gürtel, Taschen oder Kleinlederwaren bestehen nur aus Metallen, pflanzlich gegerbtem Leder und Garn. Die Metalle sind recyclingfähig, das Leder kann verrotten. Nur beim Garn, das ein Polyester-Baumwollgemisch ist, ist ein kleiner Teil Kunststoff vorhanden. Dies würden wir gerne vermeiden. Bisher ist es uns aber noch nicht gelungen reines Baumwollgarn einzusetzen, da dieses von den uns bekannten Lieferanten in den Stärken, die wir brauchen, nicht produziert wird.

 

4, Gute Arbeitsbedingungen und existenzsichernde Löhne sind uns sehr wichtig. Wie sorgt ihr dafür, dass in eurem Produktionsprozess alles fair zugeht?

Wir sind ein kleines Unternehmen mit Sitz in Niedersachsen, in dem die Verwaltung und die Pro- duktion Tür an Tür liegen. Alle Produktionsprozesse und die Arbeitsbedingungen sind vollkommen transparent und unter unserer Aufsicht.

 

5, Nach welchen Kriterien wählt ihr eure Materialien aus? Welche verwendet ihr?

Die wichtigsten Kriterien sind für uns beim Leder, dass die Hersteller in Europa produzieren und wir uns die Produktion vor Ort ansehen können. Dass nur pflanzlich und nicht chrom- oder synthetisch gegerbt wird und der Produktionsprozess für uns transparent ist. Bei den Schließen, die im Zink- druckgussverfahren hergestellt werden, ist für uns wichtig, dass diese nickelfrei sind und alle rele- vanten chemischen Parameter eingehalten werden.

 

Haben eure Materialien ein Nachhaltigkeitssiegel?

Ein Nachhaltigkeitssiegel für Metallschließen und Zutaten gibt es nach unserer Erfahrung nicht. Dies gilt ebenso für die Leder, die wir einsetzen. Die für uns in Frage kommenden Lieferanten befassen sich aber mit dem Thema einer Zertifizierung. Da das Gerben aber sehr viel komplexer ist als die Textilfertigung, die Zertifikat Aussteller jedoch aus dem Bereich Textilherstellung kommen und Leder auch nur ein kleiner Umsatzbereich im Vergleich zur Textilfertigung ist, ist es schwierig die Parameter der Textilzertifizierungen auf den Bereich Leder zu übertragen. Hieran wird aber gearbeitet.

 

6, Wo werden eure Produkte hergestellt? Und von wem?

Wir stellen unsere Produkte ausschließlich in unserer eigenen Fertigung in Fürstenau, in Nieder- sachsen her.

 

7, Eure Marke in 3 Worten:

Nachhaltig | Zeitlos | Natürlich

 

8, Welches ist euer Lieblingsprodukt von euch? (schwierig, das wissen wir!)

Unser Lieblingsprodukt ist der Gürtel 'Tyler'. Es ist ein 35mm breites Modell mit einer Doppelschlaufe, ein absolut zeitloser Gürtel, der in seiner Form vollkommen harmonisch ist und noch in Jahrzehnten auf die gleiche Art und Weise angeboten werden kann.

 

9, Welches ist euer Lieblingsprodukt einer anderen öko-fairen Marke?

Ein Lieblingsprodukt einer anderen Marke haben wir nicht.

 

10, Wo findet man weitere Informationen über euch?

Auf unserer Webseite www.greenbelts.de

 

11, Habt ihr ein Foto von euren Gründern / dem Team für uns?

Ein Foto des Teams haben wir nicht, zum Teil aus Datenschutzgründen. Von mir als Gründer gibt es immer wieder wechselnde Fotos auf der Webseite.

 

12, Was sollten unsere Kunden unbedingt noch über euch wissen?

Meine Motivation, Lederwaren in Deutschland herzustellen, hat einen archaischen Kern. Riemen, Beutel und Taschen sind seit Urzeiten Begleiter des Menschen. Riemen sind ein wichtiges Accessoire, um das Tragen der Kleidung und den Körper zu unterstützen. Ohne Beutel und Taschen kann man viele wichtige Dinge nur schlecht transportieren. All diese Funktionen können am besten mit Leder erfüllt werden, da es als Rohstoff sowieso vorhanden ist, so lange Fleisch gegessen wird. Es erfüllt dabei alle Anforderungen an die Haltbarkeit, Langlebigkeit und die Rückführungsmöglichkeit in den Kreislauf der Materie. Aber das Leder sollte man mit Achtung und seiner Natur gemäß behandeln, also so verarbeiten, dass es natürlich bleibt und dadurch ein Kreislaufprodukt ist. Zusammenfassend kann man sagen, dass unsere Kernmotivation daraus besteht, mit diesem wunderbaren Produkt, dem Leder, etwas Sinnvolles herzustellen, das dem Nutzer für lange Zeit eine Hilfe ist und Freude bereitet.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0